Politisch gehört das Gebiet um den Gardasee zu drei Provinzen und zugleich zu drei Regionen:
Das Westufer des Gardasees von Limone an, einschließlich der Halbinsel Sirmione, und das westlich davon gelegene Gebiet gehören zur Provinz Brescia (Lombardei),
das Ostufer südlich Malcesine und das Gebiet östlich davon zur Provinz Verona (Venetien), während der nördlichste Zipfel des Gardasees, die Gegend um den Ledrosee, der Monte Baldo nördlich der Bocca di Navene und das Etschtal bis Avio zur Provinz Trento (Trentino-Südtirol) gehören.
Im Monte Baldo kommen auch viele Marmorarten vor. In diesem Gebiet können häufig seismische Bewegungen registriert werden.
Der einzige bedeutende Zufluss des 51,6 km langen, zwischen 3 und 17,5 km breiten, bis 346 m tiefen und 370 Quadratkilometer großen Gardasees, des ausgedehntesten und blauesten der italienischen Seen, ist der Sarca, der aus der Presanella kommend im Norden zwischen Riva und Torbole in den Gardasee mündet.
Während die Kalk-Dolomit-Gipfel der Brescianer Alpen zwischen Idro- und Gardasee, die im 1976 m hohen Monte Caplone gipfeln, ein kompliziertes Gebirgssystem bilden, hat der Monte Baldo, dessen höchster Gipfel die Cima Valdritta (2218 m) ist, einen gerade verlaufenden, klar ausgeprägten Kamm.
Dieses Massiv, das oben aus Jura, darunter aus manchmal an die Oberfläche tretendem Dolomit- und Triasgestein besteht, fällt nach Westen hin mit steilen, nackten Felsen ab. Im Osten hat es dagegen sanfte Hänge und kleine, in Längsrichtung verlaufende Hochflächen, die von einer Vorkette begrenzt werden, die ihrerseits meist senkrecht zum Etschtal hin abfällt.
Schmal und von steilen, oft kahlen Felswänden umgeben ist der Gardasee im Norden, während der See sich in seinem südlichen Teil, wo ihn sanftere Moränenhügel umschließen, zu einigen Buchten ausweitet.
Die Entstehung des Lago di Garda geht auf den Ausschliff durch einen Quartär-Gletscher zurück. Dieser ist ein Seitenarm des großen Etschgletschers. An beiden Ufern hinterließ der Gletscher bis auf 700 m Höhe Schutt und Terrassen sowie im Süden die Moränenablagerungen, die sich von Salò im Westen bis zur Punta San Vigilio im Osten ausdehnen. In diesen kann man auch Porphyr und Granitgestein finden, das aus dem oberen Etschtal hierher geführt worden ist.

Einziger Abfluss ist der Mincio, der den See im Süden, in Peschiera, verlässt. Von denen aus dem Wasser aufragenden Felsklippen und größeren sowie kleineren Inseln ist nur die Insel Garda bewohnt.
Besondere Phänomene, die der Wassersportler berücksichtigen sollte, sind die verschiedenen Winde, die auf dem Gardasee - die Italiener nennen ihn ,,Lago di Garda’’ oder auch ,,Benaco’’ oft plötzlich auftreten und zu gefährlichen Stürmen mit heftigem Wellengang werden können.
Die wichtigsten Winde, der ,,Ora’’, der ab zehn Uhr vormittags von Südosten nach Nordwesten weht, der ,,Sovèr’’ der vom Sarcatal gegen Süden weht, der ,,Ander’’ ein ziemlich heftiger Südwestwind, die ,,Vinessa’’, ein kalter, oft feuchter Südostwind.
